Etappe 2 Check Systemvoraussetzungen

Vor dem Umstieg auf S/4HANA, müssen zunächst einige wichtige Vorarbeiten geleistet werden. Dazu gehört unter anderem eine ganzheitliche Systemanalyse, bei der geprüft wird, ob alle Bedingungen erfüllt sind.

Primär stehen beim Check der Systemvoraussetzungen technische Fragestellungen im Mittelpunkt, die sich zum Beispiel auf die Datenbankgröße sowie die Kompatibilität von Add-ons, Eigenentwicklungen und Geschäftsprozessen fokussieren. Für die Systemanalyse stehen von SAP diverse nützliche Tools zur Verfügung. Wir helfen Ihnen bei der Anwendung, interpretieren für Sie die Ergebnisse und wandeln diese in konkrete Handlungsempfehlungen um.

Im Rahmen des Checks der Systemvoraussetzungen beantworten wir gemeinsam unter anderem diese Fragestellungen:

1. Läuft Ihr System mit Unicode?

Für die Verwendung von SAP S/4HANA ist Unicode zwingend erforderlich – ein internationaler Standard für Zeichendarstellungen. Dieser stellt die Basis für SAP HANA und damit auch für SAP S/4HANA dar. Unicode ist für SAP Produkte bereits ab der SAP Business Suite verfügbar. Er wird jedoch oft nur von Unternehmen genutzt, die länder- und sprachenübergreifend arbeiten. Für den Einsatz von SAP S/4HANA ist es zwingend erforderlich diesen Code auch für Ihr Unternehmen zu aktivieren. Falls Sie bereits mit Unicode arbeiten, müssen Sie nichts mehr tun. In allen anderen Fällen steht Ihnen Ihr Projektpartner von GAMBIT unterstützend zur Seite.

2. Muss ein EhP-Upgrade durchgeführt werden?

Eng verbunden mit der Verwendung von Unicode, ist die Betrachtung der zugrundeliegenden Datenbank. Generell gilt: Das von Ihnen verwendete Quellsystem für die Datenmigration muss nicht zwingend eine SAP HANA Datenbank sein. Wenn Sie bereits mit einem SAP ERP System ab ERP 6.0 EhP0 und höher arbeiten, können wir damit direkt zu S/4HANA wechseln. In allen anderen Fällen führen wir gemeinsam mit Ihnen ein Upgrade auf ein HANA-fähiges EhP durch.

Ob dieser Prozess in einem oder mehreren Schritten abgewickelt werden kann, hängt natürlich von Ihrer aktuell verwendeten Datenbank ab.

3. Haben Sie einen Dual-Stack-Split durchgeführt?

Eine weitere Voraussetzung für die Migration zu S/4HANA ist der Dual-Stack-Split. Sollten Sie ein Dual-Stack-System verwenden, müssen vor der Migration ABAP-Stack und Java-EE-Applikationsserver getrennt werden. Der Grund: Die integrierte Installation wird von SAP S/4HANA nicht mehr unterstützt. SAP bietet für diesen Schritt ein hilfreiches Splitting-Tool an, bei dessen Anwendung wir Sie bei Bedarf selbstverständlich unterstützen.

4. Kann die Datenmenge reduziert werden?

Die Datenmenge stellt einen kostenrelevanten Faktor unter SAP S/4HANA dar. Der Grund: Da S/4HANA auf einer In-Memory-Datenbank basiert, führen alle nicht genutzten Daten zu einem höheren Speicherbedarf und damit zu höheren Kosten.

Zusätzlich beeinflusst die Datenmenge nicht nur die Dimension Ihres Zielsystems, sondern auch die Dauer der Migration. Wir empfehlen deshalb unbedingt die Archivierung technischer und fachlicher Daten, die Sie nicht mehr benötigen oder die nicht mehr relevant sind (zum Beispiel: technische Tabellen mit großem Datenvolumen oder Daten aus älteren Geschäftsjahren, die formal nicht mehr mit der logischen Struktur von S/4HANA vereinbar sind). Sie haben dazu Fragen? Dann wenden Sie sich gerne an Ihr GAMBIT-Projektteam.

Sie wollen wissen, wie der gesamte Prozess aussieht? Wir zeigen Ihnen wie Ihr Weg zur SAP S/4HANA-Conversion aussehen kann.

SAP S/4HANA-Conversion

5. Sind Ihre Add-ons kompatibel mit S/4HANA?

Um die Kompatibilität Ihrer Add-ons und Z-Programme mit S/4HANA zu überprüfen, steht Ihnen der Maintenance Planner von SAP zur Verfügung. Bitte beachten Sie: Ihre eigenen Codings müssen unbedingt für S/4HANA optimiert werden. Denn sollte bei einer bereits angelaufenen Konvertierung eine nicht unterstützte Komponente gefunden werden, sorgt diese für einen Programmabbruch. Das sollte auf dem Weg zu einer erfolgreichen Transition unbedingt vermieden werden! Auch bei dieser Fragestellung unterstützen wir Sie gerne.

6. Was ergibt der SAP Readiness Check?

Der SAP Readiness Check ist einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zur System Conversion und steht von SAP speziell für die Conversion zu S/4HANA zur Verfügung. Beim Readiness Check analysieren Sie Ihre Infrastruktur, Ihre Hardware und Ihre kundenindividuellen Entwicklungen (Custom Code) – und prüfen Sie auf ihre Kompatibilität zu S/4HANA. Wir sehen, dass Ihre Nutzungs- und Konfigurationsdaten den Test erfolgreich bestanden haben? Dann ist eine weitere wichtige Voraussetzung für die System Conversion zu S/4HANA geschaffen!

7. Was empfiehlt der Transformation Navigator?

Bei Anwendung des SAP Transformation Navigators erfahren wir innerhalb kürzester Zeit, welche SAP Produkte optimal zu Ihrer geplanten, individuellen Landscape Ihres Unternehmens passen würden und dafür von SAP empfohlen werden.

8. Müssen Ihre Schnittstellen angepasst werden?

Die flexible Interaktion mit anderen, heterogenen Systemen ist einer der Kernvorteile von S/4HANA – und eine essentielle Voraussetzung für Ihre erfolgreiche digitale Zukunft. Damit kommt den Schnittstellen zentrale Bedeutung zu: Sie ermöglichen die Flexibilität Ihres IT-Systems und machen erst die Anbindung von anderen SAP Produkten möglich. Da sich unter S/4HANA auch die Datenverwaltung ändert, sollten Sie deshalb Ihre Schnittstellen von und zu SAP überprüfen und entsprechend optimieren. Auch hierbei unterstützen wir Sie natürlich gerne.

9. Müssen Ihre Kunden- und Lieferantedaten optimiert werden?

Unter S/4HANA werden Kunden- und Lieferantendaten unter dem sogenannten Geschäftspartner zusammengefasst. Damit die Migration funktioniert, muss jeder Debitoren- und Kreditorenstammsatz mit einem Geschäftspartnerstammsatz verbunden werden (Customer Vendor Integration). Für die Umsetzung dieses Schrittes stehen Ihnen drei unterschiedliche Modelle zur Verfügung, bei deren Anwendung wir Ihnen gerne behilflich sind.

Sobald sämtliche Systemvoraussetzungen gecheckt sind, befassen wir uns mit dem nächsten Schritt: den Arbeiten an der Datenbank.

10. Müssen Sie New G/L im Einsatz haben?

Für eine Migration auf SAP S/4HANA ist das neue Hauptbuch keine zwingende Voraussetzung. Generell ist es nicht notwendig, vor der Umstellung auf S/4HANA eine Migration auf New G/L vorzunehmen. Zu beachten ist dabei jedoch, dass Sie bei der Umstellung nicht alle neuen Merkmale des New G/L erhalten. Wenn Ihr Quell-System mit dem klassischen Hauptbuch arbeitet, so erhalten Sie bei der Umstellung nur die Kernfunktionalitäten des neuen Hauptbuches. Summentabellen werden in das Universal Journal migriert, wobei das führende Ledger 0L aktiviert ist. Es findet jedoch keine Übergabe in parallele Ledger oder die Aktivierung der Belegaufteilung statt.