Was ist ein Werttreiberbaum?

Mit dem Werttreiberbaum haben Unternehmen die Möglichkeit, Analysen und Planungsprozesse zu optimieren. Was verbirgt sich hinter dem Ansatz? Und wie wird er in SAP umgesetzt?

Was ist ein Werttreiberbaum?

Der Werttreiberbaum (auch Wertefaktorenbaum) ist ein visuelles Modell, mit dem das Gesamtergebnis eines Unternehmens näher untersucht werden kann. Hierzu wird das Ergebnis in einer baumartigen Struktur nach sogenannten Werttreibern (auch Wertquellen) aufgeschlüsselt. Es handelt sich dabei um alle Parameter, die einen relevanten Einfluss auf das finanzielle Ergebnis eines Unternehmens (oder Unternehmensbereichs) nehmen. Dank des Ansatzes können Entscheider beurteilen, wie sich bestimmte Veränderungen auf die beeinflussbaren Schlüsselparameter (Werttreiber) auswirken. Dies wiederum ermöglicht eine wertorientierte Unternehmenssteuerung, welche auch Werttreiberplanung genannt wird.

Was sind Beispiele für Werttreiber?

Viele Faktoren nehmen Einfluss auf den Unternehmenswert und das finanzielle Ergebnis. Damit ein Einflussfaktor als Werttreiber eingestuft werden kann, muss er jedoch die folgenden zwei Grundvoraussetzungen erfüllen:

  1. Es handelt sich um einen beeinflussbaren Faktor.
  2. Der Faktor hat eine hohe Relevanz für das finanzielle Ergebnis eines Unternehmens (oder einer Unternehmenseinheit).

Weiterhin können Werttreiber (englisch: Value Driver) in zwei Kategorien aufgeteilt werden: finanzielle und operative Werttreiber. Beispiele für finanzielle Werttreiber sind Kennzahlen wie Investitionen, Kapitalkosten, Umsatzwachstum und Umsatzrentabilität. Bei operativen Werttreibern handelt es sich hingegen um Größen, die den finanziellen Faktoren vorgelagert sind. Diese Erfolgshebel sind auf verschiedenen Ebenen eines Unternehmens beeinflussbar. Ein Beispiel wäre die Produktqualität, sofern sie wesentlichen Einfluss auf den Umsatz nimmt.

Funktionsweise von Werttreiberbäumen

Werttreiberbäume folgen grundsätzlich einem bestimmten Aufbau: Startpunkt ist immer ein Wurzelknoten (beispielsweise der Unternehmenswert bzw. Shareholder Value). Mit diesem Wurzelknoten werden dann diejenigen Werttreiber verknüpft, die direkten Einfluss auf ihn haben. Auf der nächsten Ebene wird die Logik fortgesetzt. Wertefaktorenbaum-Anwender dringen dabei von relativ abstrakten (generischen) Einflussfaktoren immer weiter zu ihren geschäftsspezifischen, beeinflussbaren Werttreibern vor. Oder anders formuliert: Der Werttreiberbaum hilft Unternehmen, abstrakte Größen auf konkrete Erfolgsstellschrauben herunterzubrechen.

Ein Beispiel: Der Werttreiber „EBITDA“ befindet sich auf einer abstrakten Ebene, auf die kaum ein direkter Einfluss genommen werden kann. Der Faktor muss also weiter heruntergebrochen werden, bis beeinflussbare Hebel in Erscheinung treten. Dies können zum Beispiel Einflussfaktoren wie die Marge verkaufter Einheiten, die Produktionskosten, die Preise pro Einheit, die Produktqualität, der Marktanteil und einige weitere sein.

Wann wird ein Werttreiberbaum verwendet?

Der Werttreiberbaum wird in verschiedenen Szenarien verwendet. Einige typische Beispiele sind die folgenden:

  • Strategische Planung und Entscheidungsfindung: Werttreiberbäume machen transparent, wie verschiedene strategische Entscheidungen den Gesamtwert des Unternehmens beeinflussen können.
  • Performance Management: Werttreiberbäume zeigen auf welche Bereiche des Unternehmens gut funktionieren und wo Verbesserungen erforderlich sind. Sie ermöglichen es, die Ursachen von Performance-Problemen zu diagnostizieren.
  • Budgetierung und Finanzprognose: Bei der Erstellung von Budgets und Finanzprognosen helfen Wertefaktorenbäume dabei, die Annahmen hinter den Zahlen zu verstehen und zu kommunizieren. Sie zeigen, wie sich Veränderungen in operativen Treibern auf die finanziellen Ergebnisse auswirken.
  • Operative Optimierung: Durch die Analyse der unteren Ebenen des Werttreiberbaums identifizieren Unternehmen Bereiche, in denen ihre operative Effizienz verbessert werden kann.

Weiterhin wird der Werttreiberbaum auch zur Bewertung von Investitionsmöglichkeiten verwendet. Dies gilt sowohl für interne Investitionen als auch für M&A-Transaktionen, bei denen der Unternehmenswert genau untersucht werden sollte.

Wozu dient der Werttreiberbaum?

Der Werttreiberbaum dient dazu, verschiedene Analyse- und Planungsszenarien im Unternehmen zu vereinfachen. Eine Werttreiberplanung mit IT-Systemen zu realisieren, war bis vor Kurzem jedoch schwierig. Denn Bäume mit mehreren hundert oder sogar über tausend Knoten, die obendrein durch mehrere Anwender gleichzeitig aufgerufen werden, erfordern eine erhebliche Rechenleistung. Durch neue Technologien wie In-Memory-Computing und Rechenressourcen aus der Cloud lassen sich mittlerweile jedoch auch komplexe Werttreiberbäume ohne Schwierigkeiten aufbauen.

Heute finden sich Werttreiberbäume daher immer häufiger in verschiedenen Unternehmensbereichen – etwa im Vertrieb, im Finanzbereich und im Controlling. Beliebt sind sie vor allem wegen ihrer intuitiven, visuellen Anordnung der Knoten, welche Beziehungen verdeutlichen. Viele Tools unterstützen hierbei mittlerweile den Self-Service-Gedanken. Nutzer können also eigene Werttreiberbäume aufbauen, ohne dabei IT-Unterstützung zu benötigen.

In der Praxis hilft der Werttreiberbaum vor allem dabei, die Unternehmensplanung dynamischer und intuitiver zu gestalten. Erreicht wird dies, weil der Ansatz eine schnelle Neuerstellung von Prognosen und somit eine bessere Reaktionsfähigkeit ermöglicht. In Summe lassen sich also die Planungs- und Budgetierungszyklen verkürzen und auch verschlanken.

Wie lässt sich ein Werttreiberbaum mit SAP abbilden?

Werttreiberbäume sind eine Standardfunktionalität der SAP Analytics Cloud (SAC). In dieser cloudbasierten Analyse- und Planungsumgebung lassen sich die sogenannten Value Driver Trees (VDT) auf sehr einfache Weise anlegen und für Simulationen nutzen.

Praktisches Beispiel eines Werttreiberbaums in SAP

Wie ein Werttreiberbaum in SAP aufgebaut ist, wird am besten anhand eines Beispiels deutlich: Nehmen wir an, ein Unternehmen möchte analysieren, durch welche Faktoren sein EBIT beeinflusst wird. In diesem Fall könnte der Wertfaktorenbaum folgenden Aufbau haben:

Werttreiberbaum

Jeder der dargestellten Knoten zeigt zunächst Ist-Werte eines bestimmten Zeitraums an. Nutzer haben sodann die Möglichkeit, die Werte prozentual oder absolut zu verändern. Würde beispielsweise eine Steigerung der Verwaltungskosten um 5 Prozent eingegeben, so hätte dies Auswirkungen auf die Fixkosten, das EBITDA und letztlich auch auf das EBIT.

Wie wird der Werttreiberbaum eingerichtet?

Werttreiberbäume werden in der SAP Analytics Cloud im Rahmen einer sogenannten Story (einer Self-Service-Datenvisualisierung) angelegt. Hierfür sind nur wenige Schritte erforderlich. Zunächst wählen Nutzer ein Modell, danach ordnen sie die gewünschten Knoten entweder manuell oder automatisch zu und konfigurieren diese. Abschließend werden die einzelnen Knoten noch miteinander verknüpft, sodass ein Diagramm entsteht. Jeder Knoten wird von der SAP SAC automatisch mit Werten für jeden hinzugefügten Zeitraum visualisiert.

Eine detaillierte Beschreibung zur Vorgehensweise ist hier im SAP Help Portal verfügbar. Diese lässt sich hier abrufen.

Team Meinolf Schaefer 1

Meinolf Schäfer, Senior Director Sales & Marketing

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