Welche Cloud-Lösungen gibt es?

Der Weg führt in die Cloud. Schließlich ermöglicht diese, aktuelle Technologien zu nutzen, ohne dafür die eigene IT-Infrastruktur aufrüsten zu müssen. Doch welche Cloud ist für wen am besten geeignet?

Public Cloud: Eine für alle

Die Public Cloud erschließt unter dem Stichwort Software as a Service (SaaS) der breiten Öffentlichkeit Informationen und Dienste via Internet. Konkret heißt das: Alle Kunden teilen sich die gleiche Hardware und Netzwerkinfrastruktur, während die Verarbeitung der Daten in geschützten Bereichen erfolgt. Prominente Beispiele für Public-Cloud-Anwendungen, die sich im Umfeld privater Internetnutzer längst etabliert haben, sind Microsoft 365, Dropbox oder Google Drive.

Doch ist das Bereitstellungsmodell auch für Unternehmensanwendungen geeignet? Auf jeden Fall, findet auch SAP. So lässt sich beispielsweise die Business Suite SAP S/4HANA längst auch als Multi-Tenant-Lösung beziehen. SAP spricht in diesem Fall aber nicht mehr von Multi-Tenant oder Public Cloud, sondern nennt das Angebot SAP S/4HANA Cloud, Essential Edition (Cloud ES).

Solche Angebote kommen an: Laut IT-Branchenverband Bitkom nutzt bereits rund ein Drittel der Unternehmen Enterprise-Resource-Management-Anwendungen in Form von SaaS.

Das erfordert jedoch die Bereitschaft, etablierte Prozesse so zu verändern, dass der vorgegebene Standard des Software-Herstellers umgesetzt werden kann. Individuelle Anpassungen der Cloud-Lösung durch Kunden sind nicht möglich. Dafür lässt sich die Lösung schnell und kostengünstig mit wenigen IT-Experten einführen und betreiben.

Zudem bleibt eine solche Cloud-Lösung immer „up to date“. SAP zum Beispiel spielt erforderliche Updates und Upgrades regelmäßig und vollautomatisch ein - bei der Cloud ES sind es vier automatische Updates pro Jahr. So werden eventuelle Sicherheitslücken zuverlässig und zeitnah geschlossen. Wer eine gebrauchsfertige ERP-Lösung will und keine Benutzeranpassung benötigt, setzt im Falle von SAP mit der SAP Cloud ES aufs richtige Pferd.

Private Cloud: Jedem das seine

Wer seine Infrastruktur nicht mit anderen teilen möchte, kann das genutzte ERP-System im eigenen Rechenzentrum betreiben. Wer ein System von SAP nutzt, benötigt demnach die On-Premise-Version der SAP Business Suite sowie eine durchgängig virtualisierte Unternehmens-IT.

Die „Private Cloud“-Lösung von SAP heißt „SAP S/4HANA Cloud, Extended Edition“ (Cloud EX). Es handelt sich um eine Lösung für alle Unternehmen, die die Erweiterbarkeit und den Funktionsumfang einer On-premise-Lösung mit den Vorteilen einer SaaS-Lösung verbinden möchten. Frühere Bezeichnungen wie „SAP S/4HANA Private Cloud“ (Managed Private Cloud) oder „Single Tenant Edition“ (STE) werden nicht mehr genutzt.

Eine solche Lösung ist nur für einen definierten Anwenderkreis der eigenen Organisation zugänglich. Viele Unternehmen versprechen sich davon mehr Sicherheit für ihre sensiblen Daten. Denn sämtliche Unternehmensdaten bleiben im eigenen Haus.

Ein weiterer Vorteil dieses Bereitstellungsmodells: Der Programmcode der ERP-Suite lässt sich anpassen. Somit sind auch individuelle Prozesse von Kunden abbildbar und müssen prozessual nicht verändert werden.

Zu beachten ist allerdings, dass im Gegensatz zu einer Public-Cloud-Lösung die Investition, der Betrieb und die notwendigen Updates operativ in der Verantwortung des Unternehmens selbst verbleiben.

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Managed Private Cloud: Mit Sicherheit unbeschwert

Die Managed Private Cloud verknüpft die Sicherheit einer On-Premise-Lösung mit der Flexibilität der Cloud. Denn solche Lösungen werden nicht vom Unternehmen selbst, sondern von einem externen Anbieter betrieben. Das Unternehmen mietet die Software nicht (wie bei einer SaaS-Lösung), sondern kauft sie. Auch SAP bietet eine solche Lösung an, die „Privat Cloud managed by SAP“.

Über die von SAP verwaltete, vollständig benutzerdefinierte SAP HANA Enterprise Cloud lässt sich nicht nur die Business Suite SAP S/4HANA betreiben. Mit der Plattform erschließt SAP seinen Kunden sämtliche Vorteile der In-Memory-Technologie SAP HANA – und kümmert sich auch um Betrieb und Wartung.

Die Governance verbleibt dagegen beim Kunden, der Wartungszyklen in Abstimmung mit SAP frei festlegen kann. So lassen sich Updates gezielt planen und ERP-Anwendungen zuverlässig auf dem aktuellen Stand halten. So viel Service will jedoch bezahlt sein – deshalb rechnet sich die SAP HANA Enterprise Cloud eher für große Unternehmen.

Hybrid Cloud: Das Beste aus zwei Welten

Eine Hybrid Cloud verbindet die im eigenen Rechenzentrum oder in einer Private Cloud bereitgestellten Ressourcen mit einer Public Cloud und liefert die optimale Basis für die IT der zwei Geschwindigkeiten.

Die SAP S/4HANA Business Suite lässt sich beispielsweise über eine sichere Cloud EX betreiben und durch Kollaborationslösungen oder Kundenbindungssysteme aus einer Public-Cloud-Lösung wie der SAP S/4HANA Cloud ES ergänzen.

Der Vorteil: Sicherheits-, Datenschutz- und Compliance-Anforderungen sind in der SAP Cloud EX gewährleistet, gleichzeitig können aber innovative Lösungen und Technologien schnell und agil genutzt werden.

Die Integration neuer Konzerngesellschaften oder Niederlassungen ist über hybride Bereitstellungsmodelle ebenfalls unkompliziert machbar. Das IT-Team profitiert von einem vereinfachten Ressourcen-Management und der CFO freut sich über die schnelle Transparenz in den Zahlen der neuen Betriebseinheiten.

Multi Cloud: Das Beste aus allen Welten, aber nicht für jeden

Die Multi Cloud bietet Unternehmen noch mehr Spielraum als die Hybrid Cloud. Während hybride Bereitstellungsmodelle Dienste aus Public und Private Cloud verbinden, bündelt die Multi Cloud unterschiedliche Cloud-Anbieter unter einem gemeinsamen Dach. So können Unternehmen eine Vielzahl verschiedener Services, Softwareanwendungen und Infrastrukturen unterschiedlicher Cloud-Anbieter parallel nutzen und müssen sich nicht an einen einzelnen Provider binden. Das erhöht die Flexibilität. Der Nachteil: Je mehr unterschiedliche Anbieter und Cloud-Modelle die Multi Cloud integriert, desto schwieriger lässt sie sich steuern und desto größer die Risiken von Compliance-Verstößen und Sicherheitslücken.