Welche SAP S/4HANA Cloud-Lösungen gibt es?

Der Weg führt in die Cloud. Schließlich ermöglicht diese, aktuelle Technologien zu nutzen, ohne dafür die eigene IT-Infrastruktur aufrüsten zu müssen. Doch welche SAP Cloud ist für wen am besten geeignet?

Grundsätzlich lassen sich verschiedene Cloud-Lösungen unterscheiden, zum Beispiel die Private Cloud von der Public Cloud. SAP bietet für jede dieser Kategorien eigene Angebote und Lösungen an.

Public Cloud: Eine für alle

Die Public Cloud erschließt unter dem Stichwort Software as a Service (SaaS) der breiten Öffentlichkeit Informationen und Dienste via Internet.

Konkret heißt das: Alle Kunden teilen sich die gleiche Hardware und Netzwerkinfrastruktur, während die Verarbeitung der Daten in geschützten Bereichen erfolgt. Prominente Beispiele für Public-Cloud-Anwendungen, die sich im Umfeld privater Internetnutzer längst etabliert haben, sind Microsoft 365, Dropbox oder Google Drive.

Doch ist das Bereitstellungsmodell auch für Unternehmensanwendungen geeignet? Auf jeden Fall, findet auch SAP. So lässt sich beispielsweise die Business Suite SAP S/4HANA längst auch als Public-Cloud-Lösung beziehen.

SAP spricht in diesem Fall heute nicht mehr von Multi Tenant Edition, Public Cloud oder SAP S/4HANA Cloud, Essential Edition (Cloud ES). Die Lösung heißt aktuell SAP S/4HANA Cloud.

Diese Cloud-Lösung wird von SAP betrieben und gehostet. Der Scope umfasst den Kern von SAP S/4HANA und Lösungen für bestimmte Branchen in 42 Ländern. Der einzige Weg in diese Cloud ist Greenfield, eine Neuimplementierung.

Derartige Angebote kommen an: Laut IT-Branchenverband Bitkom nutzt bereits rund ein Drittel der Unternehmen Enterprise-Resource-Management-Anwendungen in Form von SaaS.

Das erfordert jedoch die Bereitschaft, etablierte Prozesse so zu verändern, dass der vorgegebene Standard des Software-Herstellers umgesetzt werden kann. Erweiterungen sind in begrenztem Umfang möglich, zum Beispiel über das Extensibility Framework der SAP oder über die Business Technology Platform.

Individuelle Anpassungen der Cloud-Lösung durch Kunden hingegen sind nicht umsetzbar. Dafür lässt sich die Lösung aber vergleichsweise schnell und kostengünstig einführen und betreiben.

Zudem bleibt eine solche Cloud-Lösung immer „up to date“ und dem Kunden regelmäßig neue Innovationen zur Verfügung gestellt. SAP zum Beispiel spielt erforderliche Updates und Upgrades regelmäßig und vollautomatisch ein – bei der SAP S/4HANA Cloud sind es drei bis vier automatische Updates pro Jahr. So werden auch eventuelle Sicherheitslücken zuverlässig und zeitnah geschlossen. Wer eine gebrauchsfertige ERP-Lösung will und keine Benutzeranpassung benötigt, setzt im Falle von SAP mit der SAP S/4HANA Cloud aufs richtige Pferd.

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Private Cloud: Eine eigene Lösung

Wer die Infrastruktur nicht mit anderen teilen möchte, kann eine Private-Cloud-Lösung nutzen.

Die Private Cloud-Lösung von SAP heißt RISE with SAP S/4HANA Cloud, private edition. Es handelt sich um eine Lösung für alle Unternehmen, die die Erweiterbarkeit und den Funktionsumfang einer On-premise-Lösung mit den Vorteilen einer reinen SaaS-Lösung verbinden möchten.

Frühere Bezeichnungen wie SAP S/4HANA Private Cloud oder Single Tenant Edition werden nicht mehr genutzt. Die SAP S/4HANA Cloud, Extended Edition (Cloud EX) hingegen ist nach wie vor ebenfalls erhältlich. Sie erlaubt aber keine Nutzung der RISE-Lösungen.

Diese Private-Cloud-Lösung wird von SAP betrieben und bei einem Hyperscaler gehostet. Der Scope entspricht der On-Premise-Lösung (64 Länder und 25 Branchen).

Die SAP S/4HANA Cloud, private edition ist erweiterbar über Side-by-Side-Entwicklungen, In-App-Lösungen und über die konventionelle Methode mit ABAP.

Zudem lässt sich der Programmcode der ERP-Suite anpassen, auch wenn dies nicht empfohlen wird. Auf diese Weise sind auch individuelle Prozesse von Kunden abbildbar und müssen prozessual nicht verändert werden.

Die technischen Updates werden von der SAP durchgeführt. Die Termine werden vorher abgestimmt und der Kunde muss kein Update (mindestens alle 5 Jahre) durchführen, wenn er das nicht möchte.

Der Weg zu dieser Lösung führt über die System Conversion, die Selektive Migration oder den Greenfield-Ansatz. Der Best-Practice-Standard steht hier ebenfalls zur Verfügung.

Viele Unternehmen versprechen sich von einer solchen Lösung mehr Sicherheit für ihre sensiblen Daten. Denn sämtliche Unternehmensdaten bleiben im eigenen Haus.

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Managed Private Cloud: Mit Sicherheit unbeschwert

Die Managed Private Cloud verknüpft die Sicherheit einer On-Premise-Lösung mit der Flexibilität der Cloud.

Solche Lösungen werden nicht vom Unternehmen selbst, sondern von einem externen Anbieter betrieben. Das Unternehmen mietet die Software nicht (wie bei einer SaaS-Lösung), sondern kauft sie. Auch SAP bietet eine solche Lösung an, die „Private Cloud managed by SAP“.

Über die von SAP verwaltete, vollständig benutzerdefinierte SAP HANA Enterprise Cloud lässt sich nicht nur die Business Suite SAP S/4HANA betreiben. Mit der Plattform erschließt SAP seinen Kunden sämtliche Vorteile der In-Memory-Technologie SAP HANA – und kümmert sich auch um Betrieb und Wartung.

Die Governance verbleibt dagegen beim Kunden, der Wartungszyklen in Abstimmung mit SAP frei festlegen kann. So lassen sich Updates gezielt planen und ERP-Anwendungen zuverlässig auf dem aktuellen Stand halten. So viel Service will jedoch bezahlt sein – deshalb rechnet sich die SAP HANA Enterprise Cloud eher für große Unternehmen.

Hybrid Cloud: Das Beste aus zwei Welten

Eine Hybrid Cloud verbindet die im eigenen Rechenzentrum oder in einer Private Cloud bereitgestellten Ressourcen mit einer Public Cloud und liefert die optimale Basis für die IT der zwei Geschwindigkeiten.

Die SAP S/4HANA Business Suite lässt sich beispielsweise über eine On-Premise-Lösung oder eine Private-Cloud-Lösung (wie die RISE with SAP S/4HANA Cloud, private edition) betreiben und durch Kollaborationslösungen oder Kundenbindungssysteme einer Public-Cloud-Lösung (wie zum Beispiel die Cloud-Lösungen aus dem CX-Portfolio der SAP) ergänzen.

Der Vorteil: Sicherheits-, Datenschutz- und Compliance-Anforderungen sind On-premise oder in der Private Cloud gewährleistet, gleichzeitig können aber innovative Lösungen und Technologien schnell und agil genutzt werden.

Die Integration neuer Konzerngesellschaften oder Niederlassungen ist über hybride Bereitstellungsmodelle ebenfalls unkompliziert machbar. Das IT-Team profitiert von einem vereinfachten Ressourcen-Management und der CFO freut sich über die schnelle Transparenz in den Zahlen der neuen Betriebseinheiten.

Multi Cloud: Das Beste aus allen Welten, aber nicht für jeden

Die Multi Cloud bietet Unternehmen noch mehr Spielraum als die Hybrid Cloud. Während hybride Bereitstellungsmodelle Dienste aus Public und Private Cloud verbinden, bündelt die Multi Cloud unterschiedliche Cloud-Anbieter unter einem gemeinsamen Dach.

So können Unternehmen eine Vielzahl verschiedener Services, Softwareanwendungen und Infrastrukturen unterschiedlicher Cloud-Anbieter parallel nutzen und müssen sich nicht an einen einzelnen Provider binden.

Der Vorteil ist die höhere Flexibilität. Der Nachteil: Je mehr unterschiedliche Anbieter und Cloud-Modelle die Multi Cloud integriert, desto schwieriger lässt sie sich steuern und desto größer sind die Risiken von Compliance-Verstößen und Sicherheitslücken.

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Meinolf Schäfer, Senior Director Sales & Marketing

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