Was ist SAP HANA?

Gestartet als reine Datenbank entwickelte sich SAP HANA weiter zur Software-Plattform. Heute ist sie Basis der Business Suite 4 SAP HANA, kurz SAP S/4 HANA.

SAP HANA ist eine Datenbank und Software-Plattform von SAP. Mit der Plattform lassen sich Softwareanwendungen entwickeln und integrieren. Sie basiert auf der In-Memory-Technologie, die Prozesse und Analysen in Echtzeit möglich macht. SAP HANA ist die Basis für SAP S/4HANA.

Was bedeutet die Abkürzung SAP HANA?

Die Abkürzung HANA steht für „High Performance Analytic Appliance“.

Es ging SAP bei der Entwicklung von SAP HANA von Beginn an um ein Produkt, das Analysen in Hochgeschwindigkeit vornehmen kann. Zudem kombiniert SAP HANA Hardware und Software („Appliance“).

Geschichte und Entwicklung von SAP HANA

SAP hat SAP HANA im Jahr 2008 entwickelt. Bei der Entwicklung hat SAP mit dem Hasso-Plattner-Institut in Potsdam (privat finanziertes IT-Institut und Fakultät der Universität Potsdam) und der Stanford University in Kalifornien zusammengearbeitet.

Bevor SAP HANA entwickelt wurde, nutzte SAP zum größten Teil relationale Datenbanken von Wettbewerbern. Hinzu kam, dass die traditionelle Architektur dieser Datenbanken nicht für die Herausforderungen der Digitalisierung ausgelegt waren – also beispielweise für das Internet der Dinge oder Big Data.

Mit SAP HANA verfolgte SAP also das Ziel, eine eigene und zeitgemäße Datenbankarchitektur zu entwickeln. Sie sollte auf der bestehenden Informationslogik der ABAP-Welt beruhen. ABAP ist die Programmiersprache der SAP.

Als Basis für die neue Infrastruktur von SAP HANA setzte SAP auf die In-Memory-Technologie, die den Datenzugriff und die Datenverarbeitung deutlich beschleunigt.

SAP stellte die neue Datenbank im Frühjahr 2010 vor. Im November 2010 wurde SAP HANA erstmals eingesetzt.

Das erste für SAP HANA optimierte Produkt war SAP Business Warehouse. Es ist seit 2012 erhältlich und trägt den Namen SAP BW powered by SAP HANA.

Seit 2013 entwickelte SAP das Produkt SAP HANA von der ursprünglichen reinen Datenbank und Appliance (anfangs einer recht einfachen technischen Einheit aus Soft- und Hardware für nur wenige Aufgaben) zur Plattform für sämtliche SAP-Anwendungen weiter, die die In-Memory-Technologie unterstützen.

Nach und nach transferierte SAP also immer mehr Anwendungen nach SAP HANA und optimierte sie auf diese Weise.

2015 stellte SAP mit SAP S/4HANA schließlich eine ERP Business Suite vor, die vollständig auf SAP HANA basiert. SAP S/4HANA war damit das erste Produkt, dass nicht erst im Nachhinein mit Hilfe von SAP HANA verbessert wurde. Zusätzlich vereinfachte SAP das Datenmodell.

Das jüngste Release ist SAP HANA 2.0 SPS04 von April 2019.

Vorteile von SAP HANA im Überblick

  • Analyse, Verarbeitung und Auswertung von Daten in Echtzeit
  • Flexible Bereitstellung: Cloud, On-Premise oder hybrid
  • Umsetzung neuester Technologien und Anwendungen wie Big Data, prädiktive Analysen oder Machine Learning möglich
  • Kosten, Hardware-Bedarf und Wartungsaufwand sinken

Wie funktioniert SAP HANA?

Technisch basiert SAP HANA auf einem relationalen Datenbankmanagementsystem (RDBMS). Ein solches Datenbankmanagementsystem organisiert und steuert die Daten in einer Datenbank (DB).

Einfach gesagt ist eine Datenbank aus einer Vielzahl von Tabellen aufgebaut. In diesen Tabellen sind Daten bzw. Datensätze in Zeilen hinterlegt. SAP HANA nutzt diese zeilenorientierte Datenbanktechnologie, verwendet aber zugleich die in In-Memory-Datenbanken übliche spaltenorientierte Arbeitsweise.

Das Datenbankmanagementsystem von SAP HANA sorgt dafür, dass Analysen und Transaktionen parallel durchgeführt werden können – das Alleinstellungsmerkmal und der große Vorteil von SAP HANA. Transaktionale und analytische Daten stammen aus nur einer Quelle. Grundlage ist also eine gemeinsame Datenkopie.

Dazu verbindet das Datenbankmanagementsystem die so genannten OLAP- und OLTP-Landschaften in der In-Memory-Datenbank.

OLAP steht für Online Analytical Processing, OLTP für Online Transaction Processing. Es geht bei diesen Methoden um die Analyse und Transaktion von Daten in Echtzeit.

In einer In-Memory-Datenbank müssen die Daten nicht – wie üblich – temporär von der Festplatte in einen Arbeitsspeicher kopiert werden. Stattdessen werden sie direkt im Arbeitsspeicher hinterlegt. Der Arbeitsspeicher dient also als Datenspeicher.

Weil Arbeitsspeicher gegenüber Festplatten systembedingt weniger gut gegen einen möglichen Datenverlust gesichert sind, nutzen In-Memory-Speicher verschiedene Methoden, um als Speicher genauso zuverlässig zu sein wie Festplatten.

Auch bei SAP HANA ist diese „Persistenz“ sichergestellt: sowohl mit Blick auf die Verfügbarkeit der Daten als auch in Hinsicht auf die Konsistenz und Integrität der Daten.

Vorteile der In-Memory-Technologie

Durch die In-Memory-Technologie der Plattform können die analytischen und transaktionalen Operationen zeitgleich und für jeden Datentyp durchgeführt werden.

Die HANA-Plattform kann selbst große Datenmengen in Echtzeit erfassen, speichern und verarbeiten. Zudem ist es nicht mehr erforderlich, Daten zwischen operativen und analytischen Lösungen zu duplizieren oder zu aggregieren.

Insgesamt sinkt der Bedarf an Hardware. Der IT-Betrieb ist weniger umfangreich.

On-Premise oder Cloud?

SAP HANA steht sowohl als On-Premise- als auch als Cloud- oder hybride Lösung zur Verfügung. SAP HANA kann als SAP Software-as-a-Service (SaaS) bezogen werden, zum Beispiel über die SAP HANA Enterprise Cloud. SAP kooperiert mit führenden Cloud-Anbietern: von Amazon und Google bis IBM und Microsoft.

Läuft SAP HANA nur unter einem SAP System?

Die Plattform eignet sich grundsätzlich sowohl für SAP- als auch für Non-SAP-Anwendungen – was möglich ist, hängt zunächst von der gewählten Lizenz ab.

Die SAP HANA Runtime Edition ist nur für SAP-Anwendungen konzipiert. Mit diesen Anwendungen können Arbeiten auf Applikationsebene vorgenommen werden.

Anders ist das bei der Wahl der SAP HANA Full-Use-Lizenz: Hiermit steht Unternehmen die volle Funktionalität der Plattform zur Verfügung. Arbeiten können damit auch auf Datenbankebene durchgeführt werden.

SAP HANA ist grundsätzlich auch für Applikationen von Drittanwendern geeignet. HANA unterstützt verschiedene Standards, unter anderem die weit verbreitete Programmiersprache SQL. Tiefergehende Programmierkenntnisse in ABAP sind damit nicht erforderlich. Tabellen lassen sich auch ohne ABAP anlegen, pflegen und auslesen.

Nicht zuletzt unterstützt SAP HANA auch SAP UI5. Dabei handelt es sich um ein Framework, mit dem sich individuelle, für Unternehmen geeignete Apps mit benutzerfreundlichen Oberflächen entwickeln lassen – zum Beispiel auf der Basis von Fiori.

Funktioniert SAP HANA auch mit SAP ECC?

SAP HANA kann auch bei SAP ERP als Datenbank zum Einsatz kommen – also auch schon vor der Migration zu SAP S/4HANA implementiert werden. Voraussetzung dafür ist das Release SAP ERP 6.0 EHP7.

An den Business Functions ändert sich nichts. Nur als Datenbank wird nun SAP HANA genutzt, anstatt die Datenbank eines Drittanbieters wie Oracle oder Microsoft SQL-Server zu verwenden.

Je nachdem, welcher Release-Stand vorliegt, können die Performance-Vorteile von SAP HANA mehr oder weniger genutzt werden. In der Regel gilt: Je jünger das Release, desto besser.

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Meinolf Schäfer, Senior Director Sales & Marketing

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