SAP PM

Mit SAP PM (Plant Maintenance) steuern und überwachen Unternehmen die Instandhaltung ihrer Produktionsanlagen und Maschinen. Auf dieser Seite erklären wir das Modul und seine Vorteile ausführlich.

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Mit SAP PM (Plant Maintenance) steuern und überwachen Unternehmen die Instandhaltung ihrer Produktionsanlagen und Maschinen. Auf dieser Seite erklären wir das Modul und seine Vorteile ausführlich.

Was ist SAP PM?

SAP PM (SAP Plant Maintenance) ist eine Software für Industriebetriebe, mit der sich alle wichtigen Aufgaben der Instandhaltung von technischen Systemen abbilden lassen. Hierzu zählen insbesondere die Inspektion, die Wartung und die eigentliche Instandsetzung.

Für wen ist SAP PM sinnvoll?

SAP PM richtet sich in erster Linie an Produktionsunternehmen, die den Ist-Zustand ihrer technischen Anlagen fortlaufend überwachen und einen definierten Sollzustand aufrechterhalten möchten. Insbesondere Betriebe, die Inspektions- und Instandhaltungsmaßnahmen bereits durchführen möchten, bevor Störungen oder Ausfälle eintreten, können von dem Instandhaltungsmodul von SAP profitieren.

Empfehlenswert ist die Einführung von SAP PM auch in Szenarien, in denen die Überwachung von Anlagen und die Steuerung von Instandhaltungsmaßnahmen bisher dezentral (in verteilten Systemen) stattgefunden haben. Mit dem Modul lassen sich sämtliche Aufgaben zentralisieren, was zu Einsparungen, Transparenzsteigerungen und insgesamt zu einem besseren Anlagenzustand führt.

Wofür wird SAP PM eingesetzt?

Das übergeordnete Ziel von SAP PM ist es, eine maximale Verfügbarkeit von Anlagen bei gleichzeitig möglichst langer Lebensdauer sicherzustellen. Hierdurch verringern sich einerseits Ausfallzeiten, auf der anderen Seite werden teure Ersatzbeschaffungen vermieden bzw. hinausgezögert.

Zahlreiche Betriebe orientieren sich zur Erreichung dieser Ziele an der DIN-Norm DIN 31051. Sie beschreibt die Grundmaßnahmen der Instandhaltung von Systemen, Geräten, Betriebsmitteln und Bauelementen. Diese lauten:

  • Wartung: Funktionsfähigkeit der Anlagen erhalten
  • Inspektion: Beurteilung des gegenwärtigen Zustands, Ursachenanalyse bei Verschleiß
  • Instandsetzung: Wiederherstellung der Funktion im Falle einer Störung
  • Verbesserung: Optimierung der Anlagenzuverlässigkeit ohne Veränderung der ursprünglichen Funktion

Für all diese Aufgaben hält SAP PM passende Funktionen bereit, die wir im Folgenden näher beschreiben.

Welche Funktionen umfasst SAP PM?

Der Funktionsumfang des SAP-Moduls PM lässt sich in folgende Teilbereiche untergliedern:

  • Strukturierung und Verwaltung von technischen Objekten (Funktionseinheiten sowie einzelne Anlagen, Maschinen etc.)
  • Vorbeugende Instandhaltung: Arbeits- und Wartungsplanung
  • Instandhaltungsprozess: Instandhaltungsmeldungen, Instandhaltungsaufträge, Kapazitätsplanung, Rückmeldungen und Instandhaltungshistorie
  • Infosystem: Sammlung, Verdichtung und Auswertung von Daten aus der Instandhaltung

Betrachten wir diese Funktionsbereiche nun genauer:

Technische Objekte

SAP Plant Maintenance arbeitet mit sogenannten technischen Objekten, mit denen die vorhandenen Anlagen im System abgebildet und strukturiert werden können. Eines der wichtigsten Objekte sind Equipments. Unter diesem Begriff versteht SAP Objekte im Unternehmen, die eigenständig instand zu halten sind. Im Normalfall handelt es sich hierbei um einzelne Anlagen oder Maschinen. Diese können im Instandhaltungsmodul mit Daten wie Einsatzort, Baujahr und Garantiefrist angelegt werden. Alle weiteren Maßnahmen wie der Instandhaltungsprozess, das Führen von Nachweisen, das Sammeln von Daten, die Aufzeichnung von Einsatzzeiten sowie die Kostenverfolgung basieren auf diesem Equipment-Stammsatz.

Ein weiteres Objekt in SAP PM sind die sogenannten technischen Plätze. Es handelt sich hierbei um Funktionseinheiten einer Gesamtanlage, die hierarchisch angelegt werden. Die Gliederung kann wahlweise funktional, prozessorientiert oder räumlich erfolgen. Ein technischer Platz besteht aus mehreren Equipments, welche ein- und ausgebaut werden können.

Zum Funktionsbereich der technischen Objekte zählt darüber hinaus die Anlagenkonfiguration (Abbildung komplexer Anlagenstrukturen), wodurch unter anderem die Versorgung mit gültigen Ersatzteilen sichergestellt werden kann. Abgerundet werden die Features an dieser Stelle durch Instandhaltungsstücklisten, in denen sämtliche Komponenten einer Baugruppe oder eines Objekts abgebildet sind.

Vorbeugende Instandhaltung

Die vorbeugende Instandhaltung hat das Ziel, langfristig eine hohe Verfügbarkeit der technischen Objekte sicherzustellen. Hierfür ermöglicht es SAP PM, eine Abfolge von Instandhaltungsmaßnahmen in Form von Arbeitsplänenzu beschreiben. Wiederkehrende Aufgaben lassen sich somit standardisieren und effektiver planen.

Für die routinemäßige Instandhaltung hält SAP PM eine Wartungsplanungbereit. In einem Wartungsplan lassen sich Inspektionen, Wartungen und Instandsetzungen im Voraus planen. Unter anderen können Unternehmen damit Herstellerempfehlungen, rechtlichen Vorschriften und Umweltschutzanforderungen gerecht werden. Zudem verringert die planmäßige Wartung teure Ausfälle und trägt zu einer hohen Produktqualität bei.

Instandhaltungsabwicklung

Dies ist die Kernkomponente von SAP PM. Sie ist für die operative Durchführung des Instandhaltungsprozesses zuständig und umfasst mehrere Schritte, die jedoch nicht zwingend aufeinander aufbauend durchlaufen werden müssen.

Die erste Stufe ist die Instandhaltungsmeldung. Mitarbeiter können mit dieser Funktion den Zustand von technischen Objekten beheben, eine Störung melden und eine Schadensbehebung anfordern. Es folgt der zweite Schritt, die Durchführung der Instandhaltungsmaßnahmen. Hierzu wird in SAP PM ein Instandhaltungsauftrag angelegt. Er ermöglicht eine detaillierte Planung bevorstehender Maßnahmen und eine Verfolgung des Arbeitsfortschritts. Zudem wird er für die Kostenverrechnung genutzt. Bei Bedarf kann zusätzlich eine übergeordnete Kapazitätsplanung genutzt werden, um festzulegen, welche Mitarbeiter welche Leistungen zu welchen Terminen erbringen können oder sollen.

Der Bearbeitungsstand von Instandhaltungsaufträgen kann mithilfe von Rückmeldungen dokumentiert werden. Diese können beispielsweise das verbrauchte Material, beanspruchte Fremdleistungen und benötigte Zeiten umfassen.

Alle zuvor genannten Aktivitäten werden in Form einer Instandhaltungshistorieautomatisch fortgeschrieben. Wichtige Instandhaltungsdaten werden somit langfristig gespeichert und stehen jederzeit für Auswertungen zur Verfügung.

Infosystem in SAP PM

Das Instandhaltungsinformationssystem kann unterstützend für die Kontrolle, Steuerung und Planung der Instandhaltung herangezogen werden. So haben Mitarbeiter und Entscheider unter anderem die Möglichkeit, das Ausfallverhalten einer bestimmten Anlage auszuwerten. Gleiches gilt für die Kosten der Instandhaltungsmaßnahmen. Der Instandhaltungsprozess kann zudem mithilfe aggregierter Kennzahlen (VDI-Kennzahlen) analysiert werden. Neben Standardanalysen stehen auch flexibel anpassbare Reports zur Verfügung.

Mit welchen anderen SAP-Modulen arbeitet PM zusammen?

SAP PM lässt sich nahtlos in eine bestehende SAP-Infrastruktur integrieren. Das Modul interagiert unter anderem mit der Materialwirtschaft, der Produktion, der Personalwirtschaft, dem Vertrieb, dem Qualitätsmanagement und dem Controlling.

Relevant ist diese Integration beispielsweise bei der Planung von Instandhaltungsaufträgen. An dieser Stelle lässt sich die Verfügbarkeit benötigter Ersatzteile aus der SAP-Materialwirtschaft (MM) abrufen. Relevante Mitarbeiterqualifikationen werden hingegen aus dem Personalwesen (HR) geliefert. Abrechnungsrelevante Infos wie PSP-Elemente können aus dem Produktionsmodul (PS) bezogen werden. Hinsichtlich der späteren Abrechnung ist zudem die Integration mit dem Finanzwesen (FI) wichtig. Letztlich fließen sämtliche Daten auch in das Controlling (CO) ein, wo sie betriebswirtschaftlich ausgewertet werden können.

Welche Faktoren nehmen Einfluss auf den erfolgreichen Einsatz von SAP PM?

Um die Komponenten von SAP PM einzuführen, werden im Regelfall spezialisierte Berater hinzugezogen. Das Ziel muss es sein, individuelle Gegebenheiten sowie Prozesse möglichst genau abzubilden und zu vereinfachen.

Der spätere Erfolg im operativen Betrieb ist nach der Einführung eng mit der Disziplin der Anwender verbunden. Ein optimaler Umgang mit dem System lässt sich durch mehrere Maßnahmen sicherstellen:

  • Schulung der Mitarbeiter, Aufzeigen des Mehrwerts von SAP PM
  • Nutzung von Workflows zur Automatisierung von Arbeitsschritten und zur logischen Gestaltung von Prozessabfolgen
  • Kontinuierliche Verbesserung: Regelmäßige Audits und Gesprächsrunden mit Key-Usern zur Optimierung des Systems
  • Nutzen anhand von Zahlen belegen: Erstellung von KPIs zur Instandhaltung, die den Mehrwert von SAP PM transparent darstellen.

Seinen maximalen Nutzen entfaltet SAP PM, wenn zusätzlich folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • SAP PM als Datenlieferant für die Optimierung der Instandhaltung betrachten und nutzen
  • Vorteile der vorbeugenden Wartung erkennen und den entsprechenden Funktionsumfang nutzen
  • Transaktionen für technische Mitarbeiter auf das notwendige Maß beschränken, Datenerfassungsaufwand geringhalten
  • Einkauf in den Prozess integrieren, um die bedarfsgerechte Beschaffung von Ersatzteilen und Fremdleistungen zu optimieren

Wie stellt sich SAP PM in S/4HANA dar?

In der neuesten Produktgeneration SAP S/4HANA wurden die Funktionen von SAP PM in das sogenannte SAP Enterprise Asset Management (EAM) überführt. Diese Komponente ermöglicht es, den gesamten Lebenszyklus von Sachanlagen zu managen. Neu hinzugekommen sind Funktionen für die präventive Wartung auf KI-Basis (Predictive Maintenance), die Fernüberwachung von Objekten sowie Echtzeitanalysen.

Für die Instandhaltung stehen in SAP S/4HANA insgesamt folgende Lösungen zur Verfügung, welche auch in Kombination eingesetzt werden können:

  • SAP Asset Intelligence Network: Datenerfassung und -bereitstellung in der Cloud, Zugriff für Anlagenhersteller und -betreiber
  • SAP Asset Strategy and Performance Management: Leistung von Anlagen messen und Wartungsstrategien optimieren
  • SAP Predictive Maintenance and Service: Erkennen, Prognostizieren und Verhindern von Maschinenausfällen mithilfe proaktiver Wartungstools (inkl. maschinellem Lernen und Verarbeitung von IoT-Daten)
  • SAP Asset Manager: Mobile Apps für Servicetechniker

In Summe tragen die Funktionen von SAP PM in SAP EAM unter S/4HANA dazu bei, die Instandhaltung nochmals zu optimieren. Hierfür ist insbesondere die Integration von Echtzeitdaten in Kombination mit künstlicher Intelligenz verantwortlich.

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Meinolf Schäfer, Senior Director Vertrieb & Marketing

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