SAP BO ausführlich und verständlich erklärt

SAP BO steht für SAP BusinessObjects. Es handelt sich hierbei um eine Plattform für Reportings und Analysen (Business-Intelligence-Lösung), die aus mehreren Produkten besteht. Die SAP BusinessObjects Suite ist bereits seit dem Jahr 2007 Bestandteil der BI-Lösungen von SAP. Seinerzeit übernahm der Walldorfer Software-Konzern den gleichnamigen französischen Anbieter BusinessObjects. Erhältlich ist SAP BO sowohl cloud-basiert als auch in der lokalen Bereitstellung.

Wofür wird SAP BO verwendet und wo wird es eingesetzt?

Das wesentliche Ziel von SAP BO ist es, Reports und Analysen so intuitiv zu gestalten, dass Fachanwender keine Datenanalysten oder IT-Unterstützung mehr benötigen, um ihre Fragestellungen beantworten zu können. Somit kann BusinessObjects auch als „Self-Service-BI“ bezeichnet werden. Unter anderem stellt SAP BusinessObjects Business Intelligence Drag-and-Drop-Funktionen bereit, mit denen Anwender ihre Reportings eigenständig zusammenstellen und verändern können. Vorteilhaft ist auch die Möglichkeit, Informationen aus unterschiedlichen Quellen in Form multidimensionaler Datenanalysen zu kombinieren.

SAP BusinessObjects richtet sich an unterschiedlichste Zielgruppen wie die Industrie, öffentliche Einrichtungen, Finanzdienstleister und auch gemeinnützige Organisationen. Eingesetzt werden die Tools beispielsweise im Management, im Vertrieb, in der Fertigung, im Finanzwesen, im Controlling und in der Beschaffung.

Wie funktioniert SAP BO?

Aus technischer Sicht beinhaltet SAP BO mehrere Technologien und Anwendungen aus dem BI-Bereich. Hierzu zählen unter anderem:

  • ETL (Extract, Transform, Load): Extrahieren, Aufbereiten und Integrieren von Daten aus unterschiedlichen Quellen
  • Prädiktives Dashboard: Visuelle Darstellung von Kennzahlen und Prognosen
  • Tools zum Erstellen von Berichten / Reportings (operatives Berichtswesen)
  • OLAP (Online Analytical Processing): Ansatz zur Datenanalyse aus unterschiedlichen Perspektiven
  • Ad-hoc-Berichtsfunktionen

Die Datenbeschaffung aus unterschiedlichen Quellen erfolgt im Wesentlichen über Middleware, die auch „Universe“ genannt wird. Die Daten werden also nicht auf SAP-BI-Anwendungsebene abgelegt, sondern aus unterschiedlichen Backend-Systemen integriert. Die Anwender brauchen sich dank SAP BusinessObjects Universe nicht darum kümmern, aus welcher Datenbank die Daten stammen, welche Struktur sie besitzen oder wo sie gespeichert sind.

Welche Vorteile hat SAP Business Objects BI?

Vor der Einführung von SAP BO mussten Unternehmen verschiedene Anwendungen unterschiedlicher Anbieter nutzen, um alle relevanten Analysen und Berichte zu realisieren. Als ganzheitliche und integrierte Plattform löst SAP BusinessObjects diese Problematik.

Vorteilhaft ist jedoch auch die Leistungsfähigkeit, die SAP BO erreicht hat. Waren früher nur Reports auf Basis von Vergangenheitsdaten möglich, erlauben die Tools heute auch Business-Intelligence-Analysen in Echtzeit. Zudem wird die Autonomie der Nutzer gestärkt. Die Anwender sind dank SAP BO in der Lage, Reports selbstständig zu erstellen. Es ist nicht länger erforderlich, zur Umsetzung individueller Ansprüche die IT-Abteilung einzuschalten. Natürlich wird hierdurch auch die Reaktionsfähigkeit erhöht. Weiterhin lassen sich die Tools auch auf mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets nutzen, was einer modernen Arbeitsweise klar entgegenkommt.

Stärken bietet SAP BO darüber hinaus hinsichtlich der Kollaboration. Die Tools machen es einfach, Berichte und Statistiken mit anderen Anwendern im Unternehmen und mit externen Partnern zu teilen. Bis zu einer Million Nutzer können bei Bedarf über unterschiedliche Kommunikationskanäle automatisch mit relevanten Informationen versorgt werden.

Komponenten von SAP BO

SAP BO umfasst mehrere Berichts- und Analysetools, die jedoch allesamt einen eigenen Zweck erfüllen. Zu nennen sind im Wesentlichen folgende Komponenten:

  • SAP BO Web Intelligence (Webi)
  • Crystal Reports
  • SAP BusinessObjects Dashboards
  • SAP BusinessObjects Explorer
  • Query as a Web Service (QaaWS)
  • SAP BusinessObjects Design Studio
  • SAP Lumira

Sehen wir uns diese Bausteine im Folgenden näher an.

SAP BO Web Intelligence (Webi)

Web Intelligence (Webi) ist ein Tool für Webbrowser. Es dient der Erstellung von Analysen und formatierten Berichten. Zudem ermöglicht Webi einen Export von Berichten im PDF- und Excel-Format sowie eine Verteilung innerhalb von SAP BO.

Hervorzuheben ist zudem die einfache Bedienung von Web Intelligence. Ad-hoc-Abfragen lassen sich mit dem Browser-Tool jederzeit durchführen. Mit wenigen Klicks sind bestehende Berichte anpassbar, wodurch sich auch individuelle Fragestellungen beantworten lassen.

Crystal Reports

Bei Crystal Reports handelt es sich ebenfalls um eine Datenanalyse- und Reporting-Anwendung. Diese richtet sich vordergründig an Einzelbenutzer oder kleine und mittelständische Unternehmen. Mit Crystal Reports sind Anwender in der Lage, dynamische Berichte zu erstellen, wobei die Daten aus unterschiedlichsten Quellen stammen können. Zudem stehen vielfältige Möglichkeiten zur Formatierung und optischen Aufbereitung zur Verfügung. Der Zugriff auf die operativen Reports erfolgt wahlweise online oder offline über Anwendungen, über Portale oder auch über mobile Endgeräte. Weiterhin eignet sich Crystal Reports auch für die Anwendungsentwicklung.

SAP BusinessObjects Dashboards

SAP BusinessObjects Dashboards (ehemals Xcelsius) ist ein Werkzeug für die Datenvisualisierung. Anwender haben hier die Möglichkeit, aus Berichten individuelle Dashboards zu erstellen. Nur einige Beispiele für die Visualisierungsoptionen sind Diagramme und Messgeräte (ähnlich einem Tachometer). Insbesondere werden die SAP BO Dashboards eingesetzt, um Key Performance Indicators (KPIs) dynamisch zu überwachen.

SAP BusinessObjects Explorer

BusinessObjects Explorer ist eine verhältnismäßig neue Komponente von SAP BO. Unter der Flagge „Big Data“ ermöglicht es dieses Self-Service-Tool, große Mengen von Datensätzen zu untersuchen, zu visualisieren und dem gesamten Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Die Rede ist hierbei auch von einer sogenannten Datenexploration. Hinsichtlich der Geschwindigkeit und Bedienung orientiert sich der SAP BusinessObjects Explorer an modernen Web-Suchtechnologien. Zudem sind Funktionen zur Sortierung, zum Drilldown (Aufriss) und zur dynamischen Visualisierung während der Navigation durch Unternehmensdaten vorhanden.

Query as a Web Service (QaaWS)

Mit Query as a Web Service (QaaWS) lassen sich Webservices erstellen und veröffentlichen. Diese Webservices können dann in SAP BusinessObjects Dashboards, Crystal Reports und auch in anderen Anwendungen genutzt werden. Das Tool stellt Dashboard-Entwicklern zudem Assistenzfunktionen zur Verfügung, welche die Erstellung von Universe-Abfragen und deren Bereitstellung als Webservice vereinfacht.

SAP BusinessObjects Design Studio

SAP BusinessObjects Design Studio versetzt Anwender in die Lage, individuelle Anwendungen und Dashboards zu erstellen. Es lassen sich hierbei mehrere Datenquellen anbinden - darunter SAP BW, SAP HANA, CSV-Dateien und auch die SAP-BO-Universen. Technisch setzt das Design Studio auf das JavaScript-Framework UI5. Künftig soll das Tool mit SAP Lumira zusammengeführt werden, wodurch die Produktbezeichnung nicht mehr existent sein wird.

SAP Lumira

SAP Lumira wird sowohl zur Datenerfassung als auch zur Datenvisualisierung im Self-Service genutzt. Benutzer können mit dem Tool relevante Business-Inhalte finden und untersuchen. Weiterhin lassen sich mit Lumira individuelle und interaktive Dashboards sowie Analyseanwendungen erstellen.

Was ist SAP BusinessObjects Analysis?

SAP BusinessObjects Analysis ist in zwei Varianten erhältlich: für OLAP und für Microsoft Office. Die letztere Version richtet sich speziell an Benutzer, die SAP-Analysemöglichkeiten in Excel einbinden möchten. Seine Daten bezieht BusinessObjects Analysis wahlweise aus SAP HANA oder SAP BW. In Excel können auf dieser Basis dann Tabellen und Diagramme realisiert werden. Auch eine Verbindung zu Microsoft PowerPoint ist möglich. Die OLAP-Version ist hingegen für die Erstellung von Reports über einen beliebigen Webbrowser zuständig. Die Applikation ist hierdurch plattformunabhängig.

Welches SAP-BO-Frontend-Tool sollten Unternehmen wählen?

Als Zwischenfazit kann festgehalten werden, dass SAP BO eine enorme Bandbreite an Tools bereithält. Unternehmen stellen sich daher regelmäßig die Frage, welches Frontend-Produkt am besten zu den individuellen Anforderungen passt. Relevant ist diese Fragestellung sowohl bei einer kompletten Neueinführung von SAP BO als auch bei der Ablösung alter BO-Tools.

Beim Auswahlprozess sollten sich Verantwortliche insbesondere an zwei Aspekten orientieren: an der Zielgruppe und am Anwendungsfall. Was die Zielgruppe betrifft, können folgende Fragestellungen hilfreich sein:

  • Wer wird die Inhalte nutzen? (z. B. Management, Entscheider, Fachanwender, Profi-Analysten)
  • Wie erfahren sind die identifizierten Zielgruppen im Umgang mit BI-Tools?
  • Welche Software setzen die Anwender derzeit ein?

Hinsichtlich der Anwendungsfälle sind folgende Faktoren relevant:

  • Wie stellen sich die fachlichen Anforderungen dar? (Definition für jede Abteilung)
  • Wie gelangt die Zielgruppe aktuell an Informationen?
  • Wie geht die Zielgruppe heute mit den Informationen um? (Aufbereitung, Visualisierung, Verteilung etc.)

Bei einer großen Nutzeranzahl kann der Anforderungskatalog auch aus einer standardisierten Befragung abgeleitet werden. Im zweiten Schritt lässt sich die Anforderungsliste dann im Detail mit den verfügbaren SAP-BO-Tools abgleichen. Das Tool mit der höchsten Übereinstimmung erhält schließlich den „Zuschlag“.

SAP BO vs. SAP Analytics: Wo liegen die Unterschiede?

Noch vereint SAP unter dem Begriff „SAP BusinessObjects Business Intelligence“ sowohl die Plattform als auch die oben genannten Frontend-Anwendungen für Berichte und Analysen. In absehbarer Zeit wird der Begriff „BusinessObjects“ jedoch nicht mehr existieren, da SAP im Analytics-Bereich umfassende Änderungen vornimmt. Der neue Sammelbegriff wird „SAP Analytics“.

Das umfangreichste Tool aus dem SAP-Analytics-Bereich ist schon heute die sogenannte SAP Analytics Cloud. Es handelt sich hierbei um eine zentrale Plattform, auf der sämtliche Planungen, Reportings und Analysen eines Unternehmens zusammengeführt werden können. Zum Einsatz kommen hier außerdem innovative Technologien wie Machine Learning und Predictive Analytics. Letztlich sind hierdurch fundierte Entscheidungen auf Basis von Echtzeitdaten möglich - selbst in äußerst komplexen Szenarien. Im Kontext von Big Data ermöglicht die SAP Analytics Cloud zudem das Anbinden verschiedenster On-Premise- und Cloud-Datenquellen aus dem SAP- und Non-SAP-Umfeld.

Was geschieht mit älteren BO- und BI-Tools?

Einige der oben genannten Anwendungen werden in Zukunft entweder in der SAP Analytics Cloud (SAC) oder in SAP Lumira aufgehen. So empfiehlt SAP beispielsweise den Anwendern von SAP BO Dashboards, auf Lumira Designer oder SAC umzusteigen. Nutzer von SAP BusinessObjects Explorer sollten ebenfalls zur SAC wechseln. Der Support endet hier bereits zum 31. Dezember 2020, da zu diesem Zeitpunkt die Flash-Technologie von Adobe eingestellt wird.

Produkte, die laut SAP noch länger Bestand haben werden, sind hingegen SAP Web Intelligence (Webi), Crystal Reports und SAP Analysis for Office.

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Meinolf Schäfer, Senior Director Vertrieb & Marketing

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