SAP ERP

Auf dieser Seite lesen Sie, welche ERP-Systeme von SAP angeboten werden und für welche Kernprozesse und Unternehmensgröße sich diese eignen. Sie erhalten zudem Informationen zu den Bereitstellungsmodellen.

SAP ERP-Lösungen befinden sich bereits seit Jahrzehnten im Einsatz. Sie umspannen nicht nur sämtliche Kernprozesse, die zur Führung von Unternehmen erforderlich sind und integrieren diese zu einem zentralen System. Die neuesten Produkte des führenden Software-Anbieters schaffen Effizienz und Transparenz in allen Bereichen. Aktuellste Technologien vereinfachen den Fluss von Echtzeitdaten mittlerweile erheblich, wodurch jede Abteilung ihre Aktivitäten unmittelbar und datengestützt steuern kann.

Welche ERP-Systeme gibt es?

ERP-Systeme lassen sich anhand mehrerer Kriterien in Kategorien unterteilen. So können sich diese hinsichtlich der verwendeten Technologie (Programmiersprache, Betriebssystem, Datenbank) unterscheiden. Eine weitere Variante ist die Unterscheidung zwischen Open Source ERP und Closed Source Software (auch proprietäre Software). Bei Open Source Software ist der Quellcode frei zugänglich, sodass er von jedem Entwickler verändert werden kann. Bei Closed Source Software, zu der auch SAP zählt, ist der Quellcode hingegen geschützt. Zudem ist eine Unterteilung nach Zielbranchen möglich. So existieren neben universellen ERP-Systemen auch Branchenlösungen für die Industrie, den Handel und den Dienstleistungssektor.

Eines der bedeutsamsten Unterscheidungsmerkmale ist heute außerdem das Bereitstellungsmodell. Hier sind folgende Ausprägungen zu nennen:

  • ERP in der Cloud
  • On-Premise-ERP
  • Hybrides ERP

Aufgrund der hohen strategischen und monetären Bedeutung möchten wir diese drei Varianten der technischen Bereitstellungen im Folgenden näher ausführen.

ERP in der Cloud

Der Trend im ERP-Umfeld geht trotz einiger Vorbehalte deutscher Unternehmen klar in Richtung Cloud. Die Rede ist auch von Software-as-a-Service, kurz SaaS. Im klassischen Fall wird die ERP-Software hierbei nicht im eigenen Unternehmen, sondern in einem Rechenzentrum des Anbieters gehostet, betrieben, gewartet und aktualisiert. Die Kosten werden meist in Form einer (monatlichen) Miete beglichen, mit der all diese Leistungen abgedeckt sind. Hohe Investitionen in eine eigene IT-Infrastruktur (z. B. Server und Räume) entfallen. Zudem muss kein spezialisiertes IT-Personal zum Betrieb und zur Betreuung des ERP-Systems vorgehalten werden.

Cloud-ERP berücksichtigt aktuelle Erfordernisse wie Skalierbarkeit, Flexibilität, mobiles Arbeiten und unternehmensübergreifende Kollaboration durch die Architektur meist in besonderem Maße.

On-Premise-ERP

On-Premise-ERP ist das klassische Lizenz- und Nutzungsmodell für Enterprise Ressource Planning. Die Software wird in diesem Fall lokal, also auf eigenen Servern des Anwenderunternehmens, installiert und betrieben. Dies bietet den Vorteil, dass die Daten im Unternehmen verbleiben, was bei ausgeprägten Datenschutzbedenken oder -risiken eine Rolle spielt. Für ein On-Premise-ERP müssen Lizenzen angeschafft werden, deren Preis sich oftmals nach der User-Anzahl und dem Funktionsumfang richtet. Aufgrund der hohen Anfangsinvestitionen richtet sich die On-Premise-Variante von ERP-Systemen eher an Großunternehmen. Oftmals ist die Individualisierbarkeit jedoch auch höher als bei Cloud-Produkten.

Hybrides ERP

Immer mehr Entscheider möchten von den Vorteilen der Cloud profitieren, kritische Daten aber dennoch lieber auf den eigenen Servern belassen. Andere Unternehmen möchten wiederum schrittweise in die Cloud umziehen. In beiden Fällen stellen hybride Umgebungen einen Kompromiss dar. Die Hybrid-Cloud ist dadurch charakterisiert, dass sensible Daten in einer Private-Cloud-Umgebung mit beschränkten Zugriffen gespeichert werden. Alle anderen Anwendungen und Daten befinden sich in der Public Cloud. Abhängig von der Software kann jedoch auch die Kernanwendung inhouse betrieben werden. Benötigte Zusatzkomponenten werden dann aus der Cloud hinzugebucht.

SAPs ERP-Systeme für Unternehmen unterschiedlicher Größe

Einst war SAP ERP seiner ihrer Komplexität und Preisgestaltung fast ausschließlich in Großunternehmen und Konzernen im Einsatz. Mittlerweile hat sich die Ausrichtung des Walldorfer Software-Anbieters jedoch geändert. Das Portfolio umfasst nun Lösungen für Unternehmen jeder Größenordnung:

  • SAP-Produkte für kleinere Unternehmen: SAP Business One
  • SAP-Produkte für mittelständische Unternehmen: SAP S/4HANA Cloud, SAP S/4HANA, SAP Business ByDesign und SAP Business One
  • SAP-Produkte für große Unternehmen: SAP S/4HANA Cloud, SAP S/4HANA, SAP ERP

Betrachten wir die Lösungen in diesen drei Kategorien nun genauer.

SAP ERP-Software für kleine Unternehmen

Für mittelständische Unternehmen stehen mehrere Varianten der SAP-ERP-Software zur Auswahl. Auch hier kann SAP Business One eingesetzt werden. Zudem stellt SAP Business ByDesign eine mögliche Option dar.

Verfügbar ist darüber hinaus die neueste SAP-ERP-Generation: SAP S/4HANA bzw. die SaaS-Variante SAP S/4HANA Cloud. Im Kern besitzt SAP S/4HANA zwar einen vergleichbaren Funktionsumfang wie das klassische SAP ERP. Allerdings wurde das Datenmodell erheblich vereinfacht.

SAP ERP-Software für kleine Unternehmen

Für mittelständische Unternehmen stehen mehrere Varianten der SAP-ERP-Software zur Auswahl. Auch hier kann SAP Business One eingesetzt werden. Zudem stellt SAP Business ByDesign eine mögliche Option dar.

Verfügbar ist darüber hinaus die neueste SAP-ERP-Generation: SAP S/4HANA bzw. die SaaS-Variante SAP S/4HANA Cloud. Im Kern besitzt SAP S/4HANA zwar einen vergleichbaren Funktionsumfang wie das klassische SAP ERP. Allerdings wurde das Datenmodell erheblich vereinfacht.

SAP S/4HANA

Im Gegensatz zu bisher verfügbaren Technologien nutzt SAP S/4HANA In-Memory-Datenbanken und schafft damit die Basis für die Digitalisierung von Unternehmen. In-Memory-Technologie ermöglicht es, große Datenmengen in Sekundenschnelle zu analysieren. Auch in puncto Datenintegration ist SAP mit seinem neuesten ERP-System einen deutlichen Schritt nach vorne gekommen. So lassen sich mit SAP S/4HANA nun unterschiedliche Formate wie Bild, Video und Text integrieren, ohne dass die Daten nach SAP transferiert werden müssen.

Als Bestandteil der neuen Produktgeneration sorgt SAP Fiori für personalisierbare, rollenbezogene Oberflächen, wie sie bisher nur aus der Consumer-Welt bekannt waren. Das Wechseln in Systeme wie ein Business Warehouse oder manuelle Schritte außerhalb des SAP-Systems sind nicht mehr erforderlich, um individuelle Berichte zu erstellen.

Es kann also festgehalten werden, dass bei SAP S/4HANA Faktoren wie Personalisierung und intuitive Bedienung klar im Fokus stehen. Daneben schafft das System die technologischen Voraussetzungen für die Analyse großer Datenmengen (Big Data), die Anbindung von Internet-of-Things-Objekten sowie für die unternehmensübergreifende Vernetzung.

Die wesentlichen Funktionen und Vorteile im Überblick:

  • Digitalisierung von Finanzprozessen, Echtzeit-Analysen zu Finanzergebnissen
  • Digitalisierung der Logistikkette
  • Maschinelles Lernen zur Optimierung der Produktion, der Logistik, des Anlagenmanagements und des Lieferantenmanagements
  • Effiziente Steuerung des gesamten Produktlebenszyklus über Unternehmensgrenzen hinweg
  • Unternehmensweiter Transparenzgewinn
  • Aussagekräftige Daten für Vertrieb, Service und Marketing für proaktiveres Arbeiten
  • Zahlreiche Branchenlösungen verfügbar

SAP S/4HANA kann als On-Premise-Installation und über eine Public Cloud betrieben werden. Hier entspricht Inhalt, Lokalisierung, Funktionalität und Support dem der SAP Business Suite. Seit 2017 wird die Software unter der Bezeichnung SAP S/4HANA Cloud zudem als Cloud-Lösung angeboten. Bei dieser Variante übernimmt SAP den Betrieb und die Aktualisierung des Systems. Die Kernfunktionen von S/4HANA und S/4HANA Cloud sind vergleichbar.

SAP Business ByDesign

SAP Business ByDesign kann als Mittelweg zwischen dem „Flagschiff“ SAP S/4HANA und dem vergleichsweise schlanken SAP Business One bezeichnet werden. Die Zielgruppe sind einerseits Mittelständler, andererseits Konzerne, die Tochtergesellschaften oder Niederlassungen in ihre bestehende SAP-Landschaft integrieren möchten. Im Gegensatz zu anderen Lösungen für den Mittelstand wird SAP Business ByDesign ausschließlich als Software as a Service im Cloud-Mietmodell angeboten. Sämtliche Funktionen werden via Internet bereitgestellt. Der Zugriff erfolgt wahlweise via Browser oder auch mobil mittels Tablet und Smartphone.

Auch SAP Business ByDesign nutzt In-Memory-Technologie für den Zugriff auf aktuelle Datenbestände in Echtzeit. Integrierte Analysefunktionen sind ebenfalls vorhanden. Wichtige Module und deren Vorteile sind:

  • Finanzwesen: Kernprozesse im Rechnungswesen, Liquidität und Cash Flow steuern, Echtzeit-Analysen
  • Kundenbeziehungsmanagement (CRM): Integration von Front- und Backoffice-Prozessen, Steuerung sämtlicher Abläufe im Marketing, Service und Vertrieb
  • Personalwesen (HR): Organisations- und Personalmanagement, Mitarbeiter-Self-Services wie Zeiterfassung
  • Projektmanagement
  • Beschaffung: Einkaufs- und Vertragsmanagement inkl. strategischem Einkauf, Angebotsabwicklung und Steuerung der Lieferanten
  • (SCM): Integration der Wertschöpfungskette, Kostentransparenz, Echtzeit-Bestandsbewertung

SAP ERP-Software für Großunternehmen und Konzerne

An Großunternehmen und Konzerne richten sich die Lösungen SAP ERP Central Component (kurz: SAP ECC oder SAP ERP) und SAP S/4HANA. Ab dem Jahr 2025 wird SAP den Support für SAP ECC komplett einstellen. Für Anwenderunternehmen bedeutet dies, dass sie bis zu diesem Zeitpunkt auf SAP S/4HANA umsteigen müssen. Aufgrund der hohen Verbreitung möchten wir uns auf dieser Seite dennoch mit SAP ECC und seinen Komponenten beschäftigen.

Was ist SAP ECC?

Bei SAP ECC handelt es sich um ein klassisches On-Premises-System für Enterprise Resource Planning. Oftmals wird es schlicht als SAP ERP bezeichnet. Die zentrale Aufgabenstellung von SAP ECC ist es, wie bei jedem anderen ERP-System auch, Daten aus sämtlichen Bereichen im Unternehmen zusammenzuführen. Hierdurch entsteht eine einheitliche Sicht auf Ressourcen, die es Managern ermöglicht, Entscheidungen zur Optimierung von Geschäftsprozessen datengesteuert zu treffen.

SAP ECC ist die Basis der sogenannten SAP Business Suite, welche Bausteine wie SCM (Supply Chain Management) und CRM (Customer Relationship Management) umfasst. Der Begriff „Modul“ existiert seit dem Wechsel vom Vorgängersystem SAP R/3 auf SAP ECC nicht mehr. Seither spricht der Walldorfer Softwarekonzern von „Komponenten“. Beide Begriffe bezeichnen jedoch Teile des Programms, die entwickelt wurden, um Geschäftsprozesse in Bereichen wie dem Rechnungswesen, dem Vertrieb oder der Materialwirtschaft abzubilden. Sämtliche Komponenten sind unmittelbar miteinander verknüpft, sodass die Abteilungen reibungslos und auf Basis gemeinsamer Daten zusammenarbeiten können. Insgesamt besteht SAP ECC aus zehn funktionalen Komponenten (Modulen), die wir im Folgenden kurz beschreiben möchten.

Welche Komponenten beinhaltet SAP ECC?

Mit SAP ERP (ECC 6.0) lassen sich die Geschäftsprozesse unterschiedlicher Branchen abbilden. Zu den am häufigsten eingesetzten Komponenten zählen FI (Finanzwesen), CO (Controlling), MM (Materialwirtschaft) und SD (Vertrieb). Unternehmen entscheiden jedoch selbst, welche der vorhandenen Komponenten sie anwenden möchten. So ist es beispielsweise auch möglich, Funktionsbausteine wie PS (Projektsystem) ungenutzt zu lassen. Sehen wir uns nun die gängigsten Komponenten samt ihrer wichtigsten Features näher an.

FI (Finanzwesen, Financial Accounting)

Die Komponente FI ist für die Erfassung sämtlicher Finanztransaktionen im Unternehmen verantwortlich. Dies umfasst auch die Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung. Es werden hier sowohl Forderungen als auch Verbindlichkeiten sowie Kassen- und Bankvorgänge verwaltet.

CO (Kostenrechnung, Controlling)

In CO erfolgt die Kostenstellenrechnung, die Profit-Center-Rechnung und die Finanzplanung. Das Controlling wird zudem durch interne Aufträge unterstützt. Fertigungsunternehmen nutzen darüber hinaus die Produktkostenrechnung, bei der Ist-Kosten und simulierte Kosten gegenüberstellt.

SD (Vertrieb, Sales and Distribution)

Die Komponente Vertrieb ist für die Steuerung sämtlicher Vertriebsprozesse zuständig. Dies umfasst den direkten Verkauf an nationale und internationale Kunden ebenso wie den Verkauf über Vertriebsnetze. Weitere wichtige Funktionsbereich von SD sind die Fakturierung, das Retourenmanagement sowie die Kreditvergabe.

MM (Materialwirtschaft, Materials Management)

Die Komponente MM deckt die Bereiche Beschaffung und Bestandsverwaltung ab. In der Bestandsführung ist das Modul für Wareneingänge, Warenausgänge und Umlagerungen von Material zuständig. Bestandszählungen und -abstimmungen erfolgen ebenfalls in MM.

PP (Produktionsplanung und -steuerung, Production Planning and Control)

PP unterstützt Unternehmen dabei, Bedarfe und Produktionskapazitäten aufeinander abzustimmen. Hierdurch entsteht eine optimierte Planbarkeit für die Produktion, den Verkauf und den Vertrieb. Die Produktionsplanung und -steuerung von SAP lässt sich sowohl in der Einzel- als auch in der Prozess- und Serienfertigung einsetzen.

QM (Qualitätsmanagement, Quality Management)

Die QM-Komponente des SAP ERP reicht weit in die Prozesse der Produktion, des Vertriebs, der Beschaffung und der Instandhaltung hinein. Sie erlaubt das Verwalten externer und interner Geschäftsprozesse, Analysen von Qualitätsproblemen sowie die kontinuierliche Qualitätsverbesserung.

PM (Instandhaltung, Plant Maintenance)

PM hat das Ziel, einen betriebsbereiten Zustand von Anlagen, Maschinen und Räumlichkeiten sicherzustellen. Hierfür überwacht die Komponente die relevanten Objekte und warnt bei Störungen. Plant Maintenance deckt Prozesse wie Wartung, Instandhaltung und Inspektion ab.

CS (Kundendienst, Customer Service)

Im Kundendienst-Modul des SAP ERP werden Instandhaltungsdienste für Kundenanlagen verwaltet. Zudem werden erbrachte Serviceleistungen über CS in Rechnung gestellt.

PS (Projektsystem, Project System)

PS unterstützt das Management umfangreicher, komplexer Projekte. Dies kann beispielsweise die Errichtung neuer Produktionsanlagen sein. Hierfür bündelt die Komponente alle projektbezogenen Beschaffungen oder Produktionen. Eine korrekte Zuordnung von Kosten zu einem Projekt ist auf diese Weise sichergestellt. Daneben lässt sich hierdurch eine Überwachung des Projektbudgets realisieren.

HCM (Personalwirtschaft, Human Capital Management)

In HCM werden Personalstammdaten gemanagt, Lohn- und Gehaltsabrechnungen erstellt und Arbeitszeiten verwaltet. Zudem stehen Funktionen für die Personalentwicklung, die Verwaltung von Dienstreisen und die Arbeitssicherheit zur Verfügung.

Technische Komponenten von SAP ECC

Zuletzt sei erwähnt, dass SAP ECC über zwei technische Komponenten verfügt, deren Implementierung obligatorisch ist: ABAP und NetWeaver. Die Programmiersprache ABAP wird unter anderem eingesetzt, um individuelle Berichte zu realisieren und Applikationen im SAP-Umfeld zu entwickeln. NetWeaver ist hingegen die Entwicklungs- und Laufzeitumgebung für SAP-Applikationen. Die Plattform dient zudem der Integration von Datenbanken und Geschäftsprozessen.